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Systeme mit Durchlauf-Wärmetauscher

Einbindung mit separatem Wärmetauscher

Auslegung auf Volldeckung der Zirkulationsverluste an strahlungsreichen Tagen

Die Einbindung der Zirkulation ist so konzipiert, dass an strahlungsreichen Tagen eine Volldeckung der Zirkulationsverluste erreicht werden kann.

Separater Wärmetauscher in Anlagen mit Durchlauf-Wärmetauscher

Zur solaren Deckung der Zirkulationsverluste wird ein separater Wärmetauscher eingebaut, der immer dann vom Zirkulationsrücklauf durchströmt wird, wenn die Temperatur im Pufferspeicher oben höher ist als im Zirkulationsrücklauf (T1 > T2). Gleichzeitig schaltet die Pufferspeicherentladepumpe P7 ein. Der primärseitige (pufferseitige) Rücklauf dieses Wärmetauschers muss in den oberen Pufferspeicherbereich eingespeist werden.

Ausführungshinweise

  • Das Umschaltventil V2 sollte dicht am Zirkulations-Wärmetauscher sein, damit in Zeiten ohne solare Zirkulationsdeckung (Normalfall) die nicht durchströmten Rohrleitungen möglichst kurz sind (Wasserhygiene). Aus hygienischen Gründen ist eine zeitgesteuerte Öffnung des Umschaltventils in Richtung Wärmetauscher empfehlenswert (z. B. einmal am Tag 1 min lang auf, wenn P6 eingeschaltet ist, ohne dass die Pumpe P7 einschaltet).
  • Der Zirkulations-Wärmetauscher sollte eine niedrige mittlere logarithmische Temperaturdifferenz (maximal 5 K, besser: 3 K) haben. Je niedriger diese Temperaturdifferenz ist, desto häufiger und länger kann Zirkulationsenergie über Solarwärme gedeckt werden.
  • Der Wärmetauscher darf den Zirkulationsvolumenstrom nicht zu stark beeinflussen, weil sonst weit von dem Speicher entfernt liegende Zapfstellen evtl. nicht mehr ausreichend angeströmt werden und die Temperatur im Zirkulationsrücklauf unter den zugelassenen Minimalwert von 55 °C absinken kann. Kann man den normalen Zirkulationsvolumenstrom messen, so kann man aus der Kennlinie der Zirkulationspumpe und dem Zirkulationsvolumenstrom den Druckabfall im Zirkulationsnetz bestimmen. Der zusätzliche Druckabfall von Wärmetauscher, Umschaltventil und Zusatzverrohrung sollte maximal 10 % des normalen Druckabfalls im Netz betragen.
  • Kann der Zirkulationsvolumenstrom nicht gemessen werden, kann man als Faustregel festhalten, dass der Druckabfall im Zirkulationswärmetauscher 150 mbar nicht überschreiten sollte. Wird bei diesem Wert die Rücklauftemperatur der Zirkulation zu niedrig, muss man die Zirkulationspumpe durch eine stärkere ersetzen.
  • Auf das Umschaltventil V2 und den zugehörigen Bypass im Trinkwassernetz kann verzichtet werden, wenn die Druckverluste des Zirkulations-Wärmetauschers deutlich niedriger sind als oben angegeben, und der zusätzliche Stromverbrauch der Pumpe P6 trotz der dann permanenten Durchströmung des Wärmetauschers gering ist. Außerdem sollte der Wärmetauscher sehr gut gedämmt sein. Vorteil ist, dass in Zeiten ohne solare Zirkulationsdeckung keine Trinkwasserstagnation in nicht durchströmten Leitungen auftritt (Wasserhygiene).
  • Solare Zirkulationsdeckung ein 1) 
    • V2 in Stellung Durchgang zum Wärmetauscher und Pumpe P7 ein,
      • wenn T2 – T1 > 6 K
    • P7 ein nur,
      • wenn P6 an
  • Solare Zirkulationsdeckung aus 1)
    • V2 in Stellung Durchgang zum Bereitschaftsspeicher und Pumpe P7 aus,
      • wenn T2 – T1 < 4 K

      1)
      Einstellwerte beispielhaft für WT mit mittlerem logarithmischen Delta T von 3 K
    • Die geringen Temperaturdifferenzen erfordern hohe Fühlergenauigkeiten, weshalb die Regelfühler sorgfältig montiert werden müssen (Tauchfühler in Speicher und Rohrleitung, Wärmeleitpaste; keine Anlegefühler).
    • Bei Volldeckung der solaren Zirkulationsverluste an strahlungsreichen Tagen kann man das Solarsystem um etwa den Faktor 2 bis 3 gegenüber einem System zur Trinkwasservorwärmung vergrößern.
    • Zur Dimensionierung der Zirkulationseinbindung sollte ein Simulationsprogramm benutzt werden, da es unmöglich ist, die Auswirkungen aller speziellen Bedingungen eines einzelnen Systems in verallgemeinernden Regeln zusammenzufassen.
    • Um ein zu starkes Verkalken des Zirkulationswärmetauschers zu vermeiden, wird eine Rücklaufbeimischung auf der Pufferspeicherseite installiert, die die Temperatur im WT begrenzt (V3). Der zugehörige Temperaturfühler kann am WT-Ausgang auf der Trinkwasserseite oder auch im Einlauf der Pufferseite montiert werden. Eine Montage auf der Primärseite führt dort zu klar definierten Maximaltemperaturen, aber zu nicht eindeutigen Warmwassertemperaturen. Bei der von uns empfohlenen Montage auf der Trinkwasserseite wird direkt auf die gewünschte Warmwassertemperatur geregelt.

    Vorteil

    • Eine Volldeckung der Zirkulationsverluste ist an strahlungsreichen Tagen möglich.
    • Das Kaltwasser wird nicht mit dem Zirkulationsrücklauf vermischt – in den Wärmetauscher zur Trinkwassererwärmung strömt Kaltwasser ein.

    Nachteil

    • Die Anbindung der Zirkulation mit einem separaten Wärmetauscher ist aufwändiger als die nur in Ausnahmefällen zu tolerierende Einbindung des Zirkulationsrücklaufs in die Kaltwasserleitung.

    Weiterführende Links

    Anlagen mit Durchlauferwärmung, separatem Wärmetauscher und der Anbindung des primärseitigen (pufferseitigen) Rücklaufs des Zirkulations-Wärmetauschers in den oberen Pufferspeicherbereich sind uns nicht bekannt. Die Nachrüstung einer Zirkulationsanbindung mit Anbindung des primärseitigen (pufferseitigen) Rücklaufs des Zirkulations-Wärmetauschers in den primärseitigen Rücklauf des Zapf-Entladewärmetauschers ist in den Berichten zur Solaranlage in der Jugendherberge Saarbrücken beschrieben. Im Bericht über die Langzeiterfahrung dieser Anlage wird hingewiesen, worauf bei einer Nachrüstung der Zirkulationseinbindung zu achten ist.

    Berichte und Fachbeiträge mit detaillierten Informationen

    Die Inhalte dieser Seite sind im Rahmen der Projekte "Solarthermie-2000" und "Solarthermie2000plus" von der ZfS – Rationelle Energietechnik GmbH erarbeitet worden.

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