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Warmwasserverbrauch als Grundlage für die Kollektorfeldauslegung
Bestimmung des Auslegungsverbrauchs bei Messungen außerhalb der sommerlichen Schwachlastperiode
| Messperiode | 9.4. – 21.5. |
| Gemessener Warmwasserverbrauch | 9 m³/d |
| Austrittstemperatur aus dem Wassererwärmer | 55 °C |
| Kaltwassertemperatur | 14 °C |
| Korrekturfaktor für die Messperiode | 1,38 1) |
| Wasserverbrauch in Schwachlastperiode VS | 6,5 m³/d bei 55 °C 2) |
| VAusl bei 60 °C | 5,8 m³/d 3) |
1) normierter Verbrauch, ablesbar aus Bild 2
2) = 9 / 1,38 m³/d
3) = 6,5 m³/d · (55 °C – 14 °C)/(60 °C – 14 °C)
Die Sommerferienzeit wurde beispielhaft vom 10.7. bis zum 20.8. gelegt. Liegt die Ferienzeit z. B. im August/September und es wird im Juli gemessen, so ist die Schwachlastzeit entsprechend zu verschieben und der Korrekturfaktor an den in Bild 2 hellblauen Balken des normierten Verbrauchs abzulesen. Die hellblauen Balken stellen den Verbrauch dar, der sich einstellen würde, gäbe es in der Ferienzeit keinen Verbrauchsrückgang.

- Bild 2: Typischer Jahresverlauf des Warmwasserverbrauchs in einem großen Wohngebäude (normiert auf Verbrauch in Schwachlastperiode) aus /5./
Bei kleinen Gebäuden oder Gebäuden mit anderer Nutzung (z. B. in Studentenwohnheimen) kann der sommerliche Verbrauchsrückgang erheblich größer sein. Entsprechende Kurven für andere Gebäude enthalten VDI 6002-2 und /4./.
Kann der Warmwasserverbrauch nicht gemessen werden, kann er über die Belegungszahl np (sog. Vollbelegungszahl) bestimmt werden. Diese gibt an, wie viele Personen in dem Gebäude anwesend wären, wenn es voll belegt wäre. Ist die (Voll)Belegungszahl unbekannt, kann sie aus der Zahl der Wohneinheiten (WE) und der Zahl der Räume je WE abgeschätzt werden (s. VDI 2067-12).
| Anzahl Räume in der WE 1) | (Voll)Belegungszahl nP |
|---|---|
| 5 | 3,1 |
| 1 | 1,2 |
| 2 | 1,6 |
| 3 | 2,3 |
| 4 | 2,8 |
1) Räume unter 6 m² nicht berücksichtigt, Küchen nicht als Räume gewertet
Bei großen MFH wird ein Auslegungsverbrauch je (Voll)Belegungszahl von 22 Liter (bei 60 °C) empfohlen:
VPlan = 22 l/(nP·d)
Der Tages-Auslegungsverbrauch (VAusl) ergibt sich durch Multiplikation dieses Wertes mit der (Voll)Belegungszahl.
Ein geringerer Auslegungsverbrauch ist bezüglich der Stillstandszeiten und der Wirtschaftlichkeit des Systems positiv, vermindert jedoch den solaren Deckungsanteil.
Bei Ein- und Zweifamilienhäusern wird üblicherweise ein Wert von ca. 30 bis 40 Litern (bei 60 °C) pro Person und Tag gewählt, weil die zusätzliche Kollektorfläche nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten hat und wirtschaftliche Gründe weniger stark ins Gewicht fallen. Der Warmwasserverbrauch kann je nach den Verbrauchergewohnheiten jedoch sehr stark schwanken. Eine Messung in Ein- und Zweifamilienhäusern ist zwar nicht unbedingt erforderlich, wird wegen der großen Schwankungsbreite des Verbrauchs jedoch empfohlen.
Da bei Kleinsystemen die spezifischen Solarsystemkosten mit wachsender Systemgröße stark sinken, kann es hier aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten zweckmäßig sein, das Solarsystem etwas größer zu dimensionieren. Der solare Deckungsanteil wird dadurch erhöht, allerdings werden die Stillstandszeiten länger und die Systemeffizienz nimmt ab.

